Anlässlich des ersten Jahrestages des Gaza-Krieges, werden
Aktivisten aus 42 Ländern versuchen in den Gaza Streifen zu gelangen. marx21
über den »Gaza Freedom March« und eine Mobilisierungsaktion in Pösneck.
Mit einem Transparent mit der Aufschrift »Die Mauer muss weg! Deutschland 1989 - Palästina 2009« in Deutsch und Arabisch, hofften die Aktivisten, Menschen für den Marsch sensibilisieren zu können. (Foto: Marco Görlach)
Eine Mauer aus Pappkartons in der
Fußgängerzone Pößnecks am 17.12., symbolisierte sowohl die
Apartheitsmauer in der Westbank, als auch die Blockade gegen den
Gazastreifen. Jeder »Baustein« war mit einem Blatt beklebt, auf
dem jeweils ein Fakt zur Situation in Nahost stand. Parallel wurden
Flugblätter mit Informationen zur Situation im Gazastreifen, sowie
zum »Gaza Freedom March« verteilt. Am Ende wurde die Mauer
eingerissen. Mit einem Transparent mit der Aufschrift »Die Mauer
muss weg! Deutschland 1989 - Palästina 2009« in Deutsch und
Arabisch, hofften die Aktivisten, hier in Ostdeutschland ein paar
Leute für den Marsch sensibilisieren zu können.
DerHintergrund: Am 27.12.2008 begann ein 22-tägiger Militärschlag
gegen den Gazastreifen. Die Bilanz des Krieges: mehr als 1.400 Tote,
circa 5.500 Verletzte und Sachschäden in Höhe von 3 Milliarden
US-Dollar. Auch knapp ein Jahr danach bleibt die Situation der 1,4
Millionen Menschen im Gazastreifen angespannt. Zwar konnten einige
Hilfsgüter die Blockade die seit 2007 zusammen mit ständigen
Bombardements eine humanitäre Katastrophe auslöste, durchdringen.
Doch fehlt es nach wie vor an Lebensmitteln, Medikamenten und
Baumaterial. Besonders dramatisch ist die Versorgung mit Trinkwasser.
Ständige Stromausfälle und Treibstoffmangel erschweren die Lage
zusätzlich. Die Menschen sind genötigt, dringend benötigte Güter
durch die mehr als 1000 Tunnel nach Gaza zu schmuggeln, in denen
ebenfalls regelmäßig Menschen bei Raketenangriffen und Einstürzen
sterben. Inzwischen fordert auch die UNO die Öffnung der Grenzen zum
Gazastreifen, um den Eingeschlossenen ein menschenwürdiges Leben zu
ermöglichen.
Anlässlich des ersten Jahrestages des
Kriegsbeginnes, werden rund 1000 Aktivisten aus 42 Ländern in Kairo
zusammenkommen und versuchen in den Gaza Streifen zu gelangen. Am
31.12. schließlich, möchte dieses breite Bündnis aus NGO´s,
politischen Organisationen und Einzelpersonen, den nach dem Vorbild
des gewaltfreien Freiheitsmarsches Mahatma Gandhis, organisierten
»Gaza Freedom March«, den Gaza Freiheitsmarsch, von Gaza Stadt nach
Erez unterstützen. Mehrere zehntausend Demonstranten werden
erwartet. Auch auf israelischer Seite in Erez, sowie in Ramallah sind
zeitgleich Kundgebungen geplant. Ziel ist es, die völkerrechtswidrige
Blockade zu beenden.