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11.11.09: Antifaschistische Aktionskonferenz | Drucken |
Naziaufmarsch verhindern
Ermutigende Zeichen aus Dresden: Nazigegner von DGB bis Antifa nehmen den alljährlichen Naziaufmarsch im Frühjahr 2010 ins Visier. In einer Resolution schlagen sie Massenblockaden vor, berichtet Lucia Schnell

Am 6. und 7. November haben sich rund 250 Teilnehmer zur Aktionskonferenz des Bündnisses »No Pasarán« gegen den Naziaufmarsch am 13. Februar 2010 in Dresden getroffen. Nach gemeinsamen Diskussionen verabschiedeten sie eine Resolution für Massenblockaden.

Ermutigend war die politische Breite des Teilnehmerkreises. Auf der Auftaktveranstaltung sprachen der DGB-Vorsitzende der Region Ralf Hron und der sozialdemokratische Oberbürgermeister von Jena Albrecht Schröter. Beide wollen den Widerstand gegen den Naziaufmarsch unterstützen und wissen, »wie man sich auf die Straße setzt.«

Die beschlossene Resolution für Massenblockaden kann Antifaschisten dabei helfen, im ganzen Land zu mobilisieren und Bündnispartner bei Gewerkschaften, Migrantenverbänden, Moscheen, Kirchen, Parteien und anderen Organisationen anzusprechen. In Dresden selbst laden unterschiedliche Organisationen zu einem Bündnistreffen ein, ein gemeinsamer Aufruf soll folgen.

Breit und entschlossen gegen die Nazis

Die Nazis planen einen Aufmarsch mit bis zu 10.000 Teilnehmern zum 65. Jahrestag der Bombardierung Dresdens im Zweiten Weltkrieg. Schon in diesem Jahr marschierten 7000 Nazis durch die Stadt und zogen daraus enormes Selbstbewusstsein für ihren Kampf um die Straße: Nach dem Aufmarsch haben Nazis einen Bus mit Gewerkschaftern überfallen.

Weder das Antifa-Bündnis »No Pasarán« noch das breitere Bündnis »Geh denken« waren in der Lage, den Naziaufmarsch zu verhindern, nachdem Blockaden in den Vorjahren teilweise erfolgreich waren. Nach dem Wiedereinzug der NPD in den Landtag ist Sachsen weiterhin Schwerpunkt-Aufbaugebiet der Nazis.

Nie wieder Faschismus, nie wieder Krieg

Umstritten war auf der Aktionskonferenz, wie man mit dem Gedenken an die Opfer der Bombardierung Dresdens umgehen sollte. Einige sehen das Gedenken der Stadt Dresden als Ursache für den Naziaufmarsch und wollen deshalb den Aufruf gegen die Nazis um die politische Ablehnung des Gedenkens ergänzen. Das würde aber bei vielen Dresdnern unnötige Hürden zur Teilnahme aufbauen.

Dennoch hängen Naziaufmarsch und Krieg zusammen. Das Gedenken an die Bombardierung und antifaschistische Massenblockade widersprechen sich nicht. Die Nazis fordern mit ihrer Parole »Deutschland in den Grenzen von 1937« indirekt einen neuen Krieg. Deshalb ist eine sinnvolle Parole, um viele Dresdner, Kriegsgegner und Antifaschisten aus dem ganzen Land gegen die Nazis zu vereinen: »Nie wieder Faschismus! Nie wieder Krieg!«

Mehr im Internet:

Mehr bei marx21.de:
  • Die Lehren von Dresden: Obwohl 12.000 Menschen in Dresden gegen die Nazis demonstrierten, konnten die Faschisten marschieren. Was lief schief? Jan Maas war vor Ort und zieht Bilanz.
  • Von Opfern und Tätern: Nazis versuchen, das Gedenken an die Bombardierung von Dresden für ihre Zwecke zu missbrauchen. Welche Antwort sollte die Linke geben? Ein Beitrag zur Debatte von Stefan Bornost
 
 
 
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marx21, Heft 24, Februar / März 2012: Titelthema: Die Eurokrise und die Linke

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