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Dresden Calling: »Sich den Nazis in den Weg stellen« |
Anfang November treffen sich bundesweit Nazigegner auf der Aktionskonferenz »Dresden Calling«. marx21 sprach darüber mit Lars Laumeyer, aktiv in der Antifaschistischen Linken Berlin und im Bündnis »No Pasarán«.
marx21: Das antifaschistische Bündnis »No
Pasarán« lädt am 6.und 7. November zur Aktionskonferenz »Dresden
Calling« ein. Was ist der Anlass dafür?
Lars Laumeyer: Anlass für die Konferenz ist ein für
den 13. Februar 2010 geplanter Nazi-Aufmarsch in Dresden. Jährlich im Februar nutzen Alt- und
Neonazis sowie Rechtsextreme aus Kreisen so genannter
Vertriebenenverbände den Jahrestag der alliierten Bombardierung der
Stadt Dresden im Zweiten Weltkrieg für einen Großaufmarsch. Bis zu
7000 Nazis aus Deutschland und dem europäischen Ausland
versammelten sich zu ihren »Gedenkmärschen«. Mit Parolen vom »Alliierten Bombenholocaust gegen die deutsche Bevölkerung«
verhöhnen sie die Opfer des Vernichtungskrieges der Nazis.
Was erwartet die Besucher der
Aktionskonferenz?
Die Konferenz findet an zwei Tagen im
Dresdner DGB-Haus statt. Am Freitagabend (6.11.) findet eine
Podiumsdiskussion »Dresden 2010: Nazi-Aufmarsch stoppen! Aber wie?«
statt. Es diskutieren Vertreter aus Zivilgesellschaft und der
Antifa-Bewegung über Strategien im Umgang mit dem
Nazi-Großaufmarsch.
Am Samstag (7.11.) sollen in Workshops
die Fragen des Vortages debattiert werden. Auch dazu sind Aktive aus
Gewerkschaften, Antifa-Bewegung und Zivilgesellschaft eingeladen.
Mit wie vielen Teilnehmern rechnen
die Veranstalter?
Es ist schwer zu kalkulieren, da es ja
bis Februar noch etwas Zeit ist. Wir hoffen vor allem, dass
Bürgerinnen und Bürger der Stadt Dresden die Chance nutzen, um
konkret über die Möglichkeit zu diskutieren, wie ein Nazi-Aufmarsch
mit so vielen Teilnehmern gestoppt werden kann.
Welche Schwerpunkte werden die
Vertreter von »No Pasarán« auf der Konferenz setzen?
Uns geht es zum einen darum, dass
antifaschistischer Protest dort sichtbar ist, wo die Nazis
marschieren, um ihnen nicht die Straße zu überlassen. Das sehen ja
leider nicht alle so. Bürgerlicher Protest findet viel zu oft
abseits statt, ohne die Nazis tatsächlich zu behindern.
Zum anderen wollen wir konkret dafür
werben, sich mit Aktionen des zivilen Ungehorsams den Nazis in den
Weg zu stellen. Wie das praktisch geht, und dass dies ungefährlicher
ist, als viele denken, sollen insbesondere die Workshops ergeben.
Eine Straße zu blockieren kostet im Zweifelsfall so viel wie einmal
falsch parken.
Was können Antifaschisten tun, die
nicht nach Dresden kommen können, um die Mobilisierung im Sinne der
Aktionskonferenz zu unterstützen?
Jede und jeder kann vor Ort massiv
dafür werben und überzeugen, dass möglichst viele Menschen am 13.
Februar 2010 nach Dresden fahren. Wir können und dürfen uns nicht
darauf verlassen, dass die konservative sächsische Regierung das
Versammlungsrecht beschränkt und demokratische Rechte weiter
beschneidet, auch wenn sie so eventuell den Nazi-Aufmarsch behindern
könnte.
(Das Gespräch führte Jan Maas)
Mehr im Internet:
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