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Juni 2009: marx21, Heft 11 |
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Anderer Lebensstil oder Veränderung der Produktionsbedingungen? |
Zur Serie
„Marx neu entdecken" von Elmar Altvater (Teil 7, Heft 10)
Zu folgender
Fragestellung von Elmar Altvater: »Kommt der Wert der einzelnen
Ware zu und welches ist seine Substanz, wenn nicht die in die Ware
bei ihrer Produktion ‘inkorporierte' einfache
Durchschnittsarbeit, gemessen in Arbeitszeiteinheiten? Oder ist der
Wert das Verhältnis der Waren im Austausch, gründet also
die Wertform in der Zirkulation?« möchte ich anmerken:
Die Wertform gründet
ja in der Tatsache, dass für den Verkauf auf dem Markt (gegen
Geld) produziert wird und dafür Arbeit aufgewandt werden muss.
Die Wertsubstanz bildet sich aber bekanntlich nicht mittels konkreter
sondern abstrakter Arbeit.
Die Abstraktion von der konkreten Arbeit
kann aber nur in der Zirkulation, nämlich durch die Konkurrenz
erfolgen, die gerade dafür sorgt, dass die Preise um einen Wert
schwanken müssen, der - unter der Bedingungen freier
Konkurrenz bzw. Reproduzierbarkeit - der durchschnittlich
aufzubringenden Arbeitszeit entspricht.
Die »gesellschaftliche
Notwendigkeit« der aufzubringenden Arbeitszeit kann ja erst auf dem
Markt ermittelt werden. Nur sorgt die Konkurrenz eben auch dafür,
dass die Preise dort nicht in den Himmel wachsen, also eben nicht
subjektiv von den Marktsubjekten bestimmt werden können! Weshalb
auch Appelle an einen ökologisch korrekten Lebensstil nur sehr
begrenzte Wirkung haben, solange sie nicht zum Bedürfnis zur
Veränderung der Produktionsbedingungen (und entsprechend
wirksam) werden, die, solange überhaupt gehandelt wird, eben
auch mehr oder minder »faire«, Handelsbedingungen erfordern.
Bedürfnisse und Prozesse zur ökologisch reflektierten
Vergemeinschaftung der Produktion können deshalb auch nicht
allein der »Produktionssphäre« im engeren Sinne erwachsen,
sondern bewegen sich eher als Prozess der Ent-Entfremdung zwischen
Produktion und Konsum.
Hans-Hermann Hirschelmann, Berlin
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