|
Zehntausende protestieren gegen Krise |
Die ersten bundesweiten Demonstrationen gegen die Krise waren ein Erfolg. Weitere Proteste sind geplant. Von Jan Maas
 Europaweit gingen gestern Zehntausende gegen die Krisenpolitik ihrer Regierungen auf die Straße. Im Bild: Demonstration in Berlin (Foto: Jakob Huber) 30.000 Menschen gingen in Berlin auf die Straße, 25.000 in
Frankfurt/Main. Unter dem Motto "Wir zahlen nicht für eure Krise"
protestierten sie dagegen, dass die Folgen der Weltwirtschaftskrise auf
den Schultern der Bevölkerung abgeladen werden sollen.
Auf der
Abschlusskundgebung in Berlin griff der Vorsitzende der Linksfraktion
im Bundestag Gregor Gysi die Bundesregierung scharf dafür an, mit
Steuergeldern Bundeswehreinsätze zu bezahlen und Banken zu retten. Er
betonte, dass außerparlamentarischer Widerstand nötig sei, um wirklich
zu verhindern, dass die Menschen für die Krise zahlen müssen.
Neben
Gysi griffen auch andere Redner den Kapitalismus als Ursache der Krise
an und machten auf die nächsten
geplanten Proteste aufmerksam: die Aktionen gegen den NATO-Gipfel am
3./4. April, die Gewerkschaftsdemonstrationen am 1. und 16. Mai sowie
den Bildungsstreik am 17. Juni.
 DIE LINKE forderte unter anderem einen "Schutzschirm für die Menschen, nicht für die Banken" (Foto: Jan Maas) "Die Demonstrationen in Berlin und Frankfurt waren ein voller Erfolg", sagte der Stuttgarter ver.di-Geschäftsführer Bernd Riexinger in Frankfurt. Damit sei klar, "dass auch in Deutschland ein großer Teil der Bevölkerung für eine soziale Form der Krisenpolitik eintritt, die die Kosten der Krise nicht auf die ärmeren Bevölkerungsgruppen abwälzt." Die Profiteure müssten zur Kasse gebeten werden, so Riexinger weiter.
Organisiert worden sind die Demonstrationen von einem
Bündnis aus Globalisierungskritikern, Parteien und anderen Gruppen. Aber Proteste gegen die Krise stoßen offenbar auch
über diese Kreise hinaus auf breite Resonanz. Eine Rentnerin zeigte in Berlin ein
Plakat mit der Aufschrift: "Mit 70 Jahren zum ersten Mal auf einer
Demo".
Zeitgleich fanden ebenfalls in Paris, Wien, London und weiteren europäischen Städten Demonstrationen gegen den bevorstehenden G20-Gipfel statt. Auf dem Treffen wollen 20 führende Industriestaaten und Schwellenländer über die globale Wirtschaftskrise beraten. In Wien gingen 20.000 auf die Straße, in London protestierten 35.000 unter dem Motto "Menschen zuerst - Marsch für Arbeitsplätze, soziale Gerechtigkeit und Klimaschutz". Auch dort sind weitere Aktionen geplant.
|