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8. November: Bericht Marx is' Muss-Konferenz 2007 |
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Die Konferenz Marx is' Muss 2007 war
ein Erfolg. Insgesamt 306 Teilnehmer diskutierten über die
Aktualität des Marxismus für den Aufbau von sozialen
Bewegungen und der neuen Linken. Ein Bericht von Yaak Pabst
Es war die erste größere
Veranstaltung des marx21-Netzwerkes.Inhaltlich als auch vom Publikum
reflektierte der Kongress die Bandbreite der neuen Linken: Ältere
Mitglieder und Sympathisanten der LINKEN waren ebenso dort, wie junge
Schüler und Studierende, die schon in den Jugendstrukturen der
LINKEN aktiv sind oder Interesse haben, dort mitzumachen.
Viele waren
begeistert von der Atmosphäre, inhaltlichen Tiefe und
Ernsthaftigkeit des Kongresses. Es war ein wirklicher Austausch:
Junge und ältere Aktivisten diskutierten gemeinsam über
Marx' Theorie vom Mehrwert oder
ließen sich von den Veranstaltungen über die Revolution in
Venezuela inspirieren.
20 Gastredner bereicherten das Programm – vom GdL-Vorsitzenden der
Ortsgruppe Berlin Hauptbahnhof bis zum Bundestagsabgeordneten
Wolfgang Gehrcke (siehe Kasten / klicken zum öffnen).
Detlef Baade [ver.di, Eurogate]
Yossi Bartal [Israeli Anarchists Against the Wall]
Stefan
Bornost [Redakteur marx21]
Christine Buchholz [Mitglied
im geschäftsführenden Vorstand DIE LINKE.]
Sevim
Dagdelen [MdB DIE LINKE., Vorstand DiDF]
Gabriele
Engelhardt [Landesvorstand DIE LINKE Sachsen]
Wolfgang
Gehrcke [Sprecher für internationale Beziehungen der Partei
DIE LINKE]
Juri Hälker [Dozent Universität
Duisburg-Essen, Gewerkschaftsforscher]
Chris Harman
[Herausgeber International Socialism Journal, Großbritannien]
Claudia
Haydt [Informationsstelle Militarisierung]
Nele Hirsch
[Bundestagsabgeordnete DIE LINKE]
Ralf Krämer
[Sprecherkreis Sozialistische Linke]
Michael Kretschmann
[Gewerkschaft Deutscher Lokomotivführer, Vorsitzender der
Ortgruppe Berlin-Hauptbahnhof]
Max [Antifaschistische Linke
Berlin]
Norman Paech [außenpolitischer Sprecher der
Bundestagsfraktion DIE LINKE]
Nabil Rachid
[Palästinensische Gesellschaft für Menschenrechte]
Werner
Ruf [Prof. em. Politikwissenschaft, Kassel]
Michael
Schlecht [Mitglied im Parteivorstand DIE LINKE]
Brune Seban
[Sinistra Critica, Italien]
Dirk Spöri [Landesvorstand
DIE LINKE Baden-Württemberg]
Sybille Stamm [Landesleiterin
ver.di Baden-Württemberg]
Max Steininger
[Bundessprecherkreis Linksjugend ['solid]]
Lars Steinau
[LCR, Frankreich]
Sakine Subasi [Muslimin,
Erziehungswissenschaflerin]
Peter Wahl [Attac]
Janine
Wissler [Mitglied im Parteivorstand DIE LINKE.]
Dr. Frieder
Otto Wolf [Honorarprofessor für Philosophie an der Freien
Universität Berlin, Mitherausgeber von "Das Kapital neu
lesen"]
Luigi Wolf [Geschäftsführung DIE
LINKE.SDS]
Viele Referentinnen und Referenten
schauten sich nach den eigenen Beiträgen noch weitere
Veranstaltungen an. Neben den Angeboten zu aktuellen politischen
Fragen, wie der Krise der SPD oder der Islamophobie, stießen
gerade grundlegende Debatten zur marxistischen Theorie und zur
Geschichte der Arbeiterbewegung auf großes Interesse.
In der Veranstaltungsreihe
"Kommunistische Bewegung der 20er Jahre" wurde unter
anderem die Frage erörtert, warum sich der Stalinismus in der
Sowjetunion und in der internationalen kommunistischen Bewegung
durchsetzen konnte. Interessant war,
dass in der Geschichte der Arbeiterbewegung trotzdessen viele
Anknüpfungspunkte für einen emanzipatorischen Marxismus zu
finden sind: von Marx, über Lenin, Luxemburg und Gramsci. Diese
Traditionslinien eines Sozialismus von unten gelte es wieder zu
entdecken und für die neue Linke fruchtbar zu machen.
In der Veranstaltungsreihe „Wie weiter für
die Gewerkschaften?" widmeten sich Aktive aus Betrieben und
Gewerkschaften den Herausforderungen für die Arbeiterbewegung
heute. Viele betonten, dass es der kämpferischen Erneuerung der
Arbeiterbewegung bedarf. Dazu muss die neue Linke den lähmenden
Griff des Standortnationalismus und der SPD-Führung in den
Gewerkschaften zurückdrängen.
Arbeitskämpfe und
Streiks, wie aktuell der Lokführer, böten ideale
Ansatzpunkte dafür. Auch neue Formen der gewerkschaftlichen
Organisation wie das Organizing wurden in diesem Zusammenhang
diskutiert. Eine wichtige konkrete Aufgabe der Linken jetzt sei die
Solidaritätsarbeit für die Streiks der Lokführer.
Der letzte
Tag des Kongresses war Tag der "Alternativen zum Kapitalismus".
In vier Workshops diskutierten die Teilnehmerinnen und Teilnehmer
unter anderem über "revolutionäre Demokratie" und
"Sozialistische Planwirtschaft". Eine gerechtere Welt kann
es nur geben, wenn die Ausbeutung von Menschen durch Menschen beendet
wird. Demokratische Planung von unten könnte den zerstörerischen
Wettbewerb um Profite beenden und die Wirtschaft stattdessen nach den
sozialen und ökologischen Bedürfnissen der Menschen
organisieren.
Zur Diskussion „Was will das marx21-Netzwerk?“ kamen 50 Interessierte und bezogen sich in
Redebeiträgen positiv auf das Projekt. 13 entschieden sich
dafür, dass Netzwerk zu unterstützen.
Die Mischung aus
marxistischer Theorie und aktueller politischer Positionierung macht
auch die Attraktivität des marx21-Magazins aus. Von der neuen
Ausgabe wurden 116 Exemplare verkauft. In der Schlussveranstaltung
wurde unter anderem darauf verwiesen, wie wichtig die Arbeit mit dem
Magazin vor Ort ist. Das Magazin vernetzt. Der Vertrieb des Magazins
und die Diskussionen über die Artikel können dabei helfen,
diejenigen zusammenzubringen, die die neue Linke in Richtung
Klassenkampf und auf einen Sozialismus von unten orientieren wollen.
Viele nutzen diese Möglichkeit und haben sich mehrere Exemplare
mitgenommen, um sie vor Ort anzubieten.
Der Kongress war ein guter
Beginn für das marx21-Netzwerk, die Konstituierung vor Ort ist ein
nächster wichtiger Schritt.
Presseschau
Die Konferenz hat ein kleines
Medienecho gefunden: zwei Berichte in der taz und der "Frankfurter
Allgemeinen Sonntagszeitung". Hier der Link zum Bericht in der taz:
„Klassenkampf und Rauchverbot“:
Die "Frankfurter Allgemeine
Sonntagszeitung" schreibt in ihrem Artikel "Deutschland
fühlt wieder links" vom 3.11.2007: "Lenin spielt auch
bei jungen Leuten eine Rolle. Etwa am Wochenende beim Kongress 'Marx
is Muss' in der Alten Feuerwache, direkt gegenüber dem
Springer-Hochhaus, nicht weit vom früheren Checkpoint Charlie.
Da soll die Tradition von Marx, Lenin und Rosa Luxemburg für die
Gegenwart fruchtbar gemacht werden. Max Steininger, ein junger
Student aus München, gibt eine Einführung in den Marxismus.
Dreißig junge Leute hören zu. (...) Auch vier
Bundestagsabgeordnete der 'Linken' haben ihre Teilnahme am
viertägigen Kongress zugesagt. Das Problem sei, sagt Max,
gleichzeitig den Staat zu übernehmen und die Betriebe. 'Es
gilt, den Punkt zu finden, wo wir dieses System sprengen können',
fügt ein anderer junger Revolutionär im Seminarraum 3 an.
Nebenan, im Seminarraum 4, ist das Publikum mittelalt und weniger
dogmatisch. Hier erklingt linkssozialdemokratisches Vokabular, oft
sollen 'die Menschen mitgenommen werden'. Die Linken aus
Berlin, Bonn, Frankfurt oder Bautzen haben begriffen, dass die
Stimmung in Deutschland für sie so gut wie lange nicht ist. 'Es
gibt einen breiten Sog zum linken Reformismus. Die Dynamik ist da',
sagt Werner Halbauer, Mitorganisator von Montagsdemonstrationen. Das
müsse die Linke nutzen. 'Wer sich da abseits stellt, macht
als Marxist einen Fehler.' Wenn Oskar Lafontaine vorschlage, mit
dem Thema Kinderarmut kampagnenfähig zu werden, dann habe er
recht, sagt ein anderer. Mit dem Thema Kinderarmut hat auch Kurt Beck
vor einer Woche auf dem SPD-Parteitag in Hamburg gepunktet. Und
Juso-Chef Björn Böhning hat gefordert, die SPD müsse
den G-8-Kritikern von Heiligendamm 'eine Heimat geben'.
Um den G-8-Gipfel geht es auch viel beim 'Marx is Muss'-
Kongress."
Kontakt:
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