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Bundeswehr in Afghanistan |
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Kein Wiederaufbau ohne Abzug |
Ein Kommentar von Stefan Bornost, leitender Redakteur von marx21
Grünen-Chefin
Claudia Roth argumentiert, dass es „mit ISAF weiterhin einer
militärischen Komponente zur Absicherung des Wiederaufbaus
bedarf". Sie möchte die Truppen in Afghanistan behalten, aber
gleichzeitig die Ressourcen vom Militär in den zivilen Aufbau
umleiten.
Doch
es ist eine Illusion zu glauben, dass es unter den Bedingungen der
Besatzung einen erfolgreichen Wiederaufbau geben kann. Der
eskalierende Krieg in Afghanistan und die daraus folgenden
Zerstörungen sind Folge der Anwesenheit der ausländischen
Truppen. Die tödlichen Bombardierungen durch die US-Armee, der
ausbleibende Wiederaufbau und die Korruption der Karsai-Regierung
haben eine Widerstandsbewegung geschaffen, die weit über die
Taliban hinausgeht.
Solange
Truppen in Afghanistan sind, werden sie im Krieg sein. Und solange
die NATO in diesem Krieg - ihrem ersten - ist, wird sie
versuchen, ihn zu gewinnen. Die zahllosen Opfer, die dies
zwangsläufig unter der afghanischen Zivilbevölkerung
fordert, werden die Widerstandsbewegung stärken. Das wiederum
werden die Besatzungstruppen mit größerer Brutalität
beantworten.
Diese
Logik, die auch schon hinter Bushs Truppenaufstockung und
„Surge"-Offensive im Irak steht, geht in Richtung Eskalation.
Schon jetzt rufen sowohl die amerikanische als auch die britische
Regierung nach mehr Truppen. Der ehemalige SPD-Außenpolitiker
Egon Bahr sprach davon, das mindestens 200.000 Soldaten notwendig
sind, um ihn Afghanistan zu gewinnen - das wäre eine
Verfünffachung der jetzigen Truppenstärke, bei einer
Vermehrfachung der Kosten.
Schon
die 60 Milliarden Euro, die die US-Regierung derzeit jährlich
für die Besatzung des Irak ausgibt, würden reichen, um das
zerstörte Land komplett wieder aufzubauen. Kinder könnten
wieder in die Schule gehen, anstatt an Cholera und Typhus zu sterben.
Die zerbombten Bewässerungsanlagen könnten repariert und
damit fruchtbares Ackerland gewonnen werden. Eine neue Generation
könnte aufwachsen, die dem Alptraum vom Krieg und Armut
entflohen wäre. Vorraussetzung dafür: Das Ende der
Besatzung.
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