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»Trickserei mit AKW-Laufzeiten« |
Mit der öffentlichen Debatte, um wie viele Jahre die Laufzeit von Atomkraftwerken verlängert werden soll, täuscht die Bundesregierung die Öffentlichkeit. Denn hinter den Kulissen wird nicht über Jahre verhandelt, sondern über Reststrommengen. marx21 dokumentiert eine Stellungnahme von ».ausgestrahlt«:
Eine entscheidende Rolle wird am Ende spielen, wie hoch die jährlich
produzierte Strommenge pro Reaktorblock angesetzt wird. Die
durchschnittliche jährliche Stromproduktion in den alternden AKW ist
durch störfallbedingte Stillstandszeiten und durch die wachsende
Konkurrenz der Erneuerbaren Energien seit Jahren rückläufig und wird
auch zukünftig weiter sinken.
Wenn die Bundesregierung aber pro
Betriebsjahr einen durchgehenden Reaktorbetrieb mit entsprechend hohen
Stromkontingenten ansetzt, dann entspricht die errechnete Jahreszahl bis
zur Stilllegung der Kraftwerke nicht der Realität. Da können aus einer
behaupteten Laufzeitverlängerung von 10 Jahren schnell 15 oder mehr
Jahre werden.
Schon im rot-grünen Atomkonsens mit den Stromkonzernen aus dem Jahr 2000
wurde dieser Umrechnungsfehler gemacht und bis heute in der öffentlichen
Debatte nicht revidiert.
Noch immer ist davon die Rede, die
Schröder-Regierung habe festgelegt, nach 32 Betriebsjahren müssten AKW
vom Netz. Doch wegen geringerer jährlicher Stromproduktion ist der
Reaktor Biblis A auch nach 36 Jahren in Betrieb, Biblis B und
Neckarwestheim1 nach 34 Jahren und Isar 1 nach 33 Jahren.
Bliebe das
jetzige Atomgesetz in Kraft, würden die letzten Atomkraftwerke nicht wie
immer behauptet 2022, sondern wahrscheinlich erst um das Jahr 2030 herum
abgeschaltet werden.
Ein ähnlicher Etikettenschwindel droht nun erneut. Zu befürchten ist,
dass die Öffentlichkeit mit niedrigen Jahreszahlen beruhigt werden soll,
während gleichzeitig durch eine für die AKW-Betreiber günstige
Umrechnung in Reststrommengen faktisch wesentlich längere Betriebszeiten
herauskommen.
(Quelle: .ausgestrahlt, Pressemitteilung vom 31. August 2010)
Mehr im Internet:
- Bundesamt für Strahlenschutz: Aktuelle Tabelle der erzeugten Strommengen der AKWs und verbleibenden Reststrommengen (PDF, 17 KB)
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