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22.06.10: UN-Klimakonferenz |
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»Wir brauchen eine anti-kapitalistische Antwort auf die Klimakrise« |
Anfang
Juni fand die UN-Klimakonferenz in Bonn statt. Wie in Kopenhagen gab
es auch hier Protest. Mark Bergfeld war dabei
Nachdem
sich Umweltschützer, Globalisierungskritiker, NGOs, linke Aktivisten
und Gewerkschafter ihre Stärke und Einheit im Kampf gegen den
Klimawandel und für die Klimagerechtigkeit in Kopenhagen im Dezember
unter Beweis gestellt hatten, versammelten sich um die 1500
Demonstranten in der alten Bundeshauptstadt Bonn, wo die
UN-Zwischenverhandlungen stattfanden.
Bei
hohen Temperaturen, strahlender Sonne und großer Wut darüber, dass
die Industrienationen allen voran die amerikanische Regierung die
Verhandlungen in Kopenhagen sabotiert hatten, zog der der
Demonstrationszug mit Riesenpuppen, Samba-Rhythmen und Parolen für
die Klimagerechtigkeit vom Kaiserplatz in Bonn durch die Innenstadt.
Bei den Demonstranten stand fest, dass die globale Erwärmung maximal
2° Celsius betragen dürfe, so dass eine Klima-Katastrophe
verhindert werden kann. Auch forderten die Demonstranten eine Abkehr
von den fossilen Rohstoffen wie Kohle zur Energiegewinnung.
Maura,
eine Schülerin aus Bonn, war mit ihrem Bildungsstreik T-Shirt auf
die Demonstration gekommen. »Der Klimawandel sowie die
Unterfinanzierung der Bildung ist ein Systemproblem. Profit statt
Menschen stehen an erster Stelle.« Für sie wie viele andere auf der
Demonstration stand fest, dass man eine Bewegung gegen die Kräfte,
die ein gerechtes und wirksames Klima-Abkommen verhindert haben,
braucht. Es steht jedoch nicht fest wie diese Bewegung aussehen
sollte.
Joern,
einer der Organisatoren der 100.000 Teilnehmer starken Demonstration
in Kopenhagen meinte, dass die Klimagerechtigkeitsbewegung bei den
Menschen anknüpfen müsse, die nun auf die Straße und in den
Streik gegen soziale Kürzungen gehen werden. »Wir werden keine
Millionen gegen den Klimawandel mobilisieren können, aber wir werden
für Arbeit kämpfen müssen, die die Klimakrise lösen kann.«
Christian,
ein belgischer Gewerkschafter, der mit 40 Genossen nach Bonn gekommen
war erzählte, dass es nötig sei Arbeiter und Gewerkschaften davon
zu überzeugen dass nur kollektive Lösungen die Klimakrise
bewältigen könnten und diese dabei eine zentrale Rolle zu spielen
haben. Er fügte hinzu: »Wir brauchen eine anti-kapitalistische
Antwort auf die Klimakrise und nicht eine auf dem Rücken der
Arbeiter wie viele verlangen.« In
den Tagen zuvor hatte BUND und attac Deutschland zum Klimaforum im
Rheinischen Landesmuseum aufgerufen. Bei diesem Forum hatten die
verschiedensten Akteure die Ziele und Perspektiven der neuen Bewegung
diskutiert. Darunter auch Katharina Schulze aus München, die meinte
dass die Veranstaltung gut gewesen sei um Kontakte zu knüpfen und
sie wieder motiviert hätte etwas für das Klima zu tun. Jedoch müsse
die Bewegung die Menschen und Organisationen erreichen, die
traditionell nichts mit dem Klimaschutz zu tun haben. »Der
Klimawandel ist doch nun bei allen angekommen. Es wäre doch super
spannend wenn Schulen und Fußballvereine vorbei gekommen wären.
Ansonsten drehen wir uns doch nur im Kreis.«
Während
die UN-Verhandlungen seit Kopenhagen zum Stillstand gekommen sind,
haben sich Menschen in den verschiedensten Formen zusammen
geschlossen, um nach Lösungen zu suchen. Darunter auch Monica
Disisto von einer italienischen NGO, die innendrin bei den
UN-Verhandlungen anwesend war, aber nun auf die Straße und zur
Bewegung für gerechte Lösungen und Klimagerechtigkeit sucht. »Die
Leute kämpfen und zeigen Möglichkeit auf die Klima-Probleme zu
lösen. Das können die Politiker nicht. Sie haben sich fest gefahren
und verstehen die Dringlichkeit nicht.«
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