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10.05.10: Betrieb & Gewerkschaft |
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Egal wo: Gewerkschaften solidarisch
gegen Lohnklau und Sozialabbau. marx21 dokumentiert das Flugblatt
»Wir sind Griechen« von ver.di Baden-Württemberg.
Endlich haben wir
die Schuldigen an dem ganzen Elend: es sind die »Pleite-Griechen«!
»Über ihre Verhältnisse haben sie gelebt« - jedenfalls wenn es
nach BILD & Co geht. Und für diese Schlamperei sollen jetzt »wir
Deutsche« mit unserem Steuergeld zahlen!? Keine Rede mehr von der
geplatzten Finanzblase, von einem Finanzsystem, das völlig aus dem
Ruder gelaufen ist und die ganze Welt an den Rand des Abgrunds
gebracht hat? Keine Rede mehr von der großen Gier, von Zockereien
und Milliardenprofiten weniger auf Kosten der Allgemeinheit?
Hier
versuchen die Verantwortlichen für diese größte Wirtschaftskrise
seit 1929 von ihrer Schuld abzulenken, in dem sie die Opfer, nämlich
ArbeitnehmerInnen und sozial Schwache weltweit zu Tätern machen.
Prof. Hans-Werner Sinn z.B., einer der Propheten der freien
Finanzmärkte und des Sozialabbaus: eigentlich hätte er längst den
ideologischen Bankrott erklären müssen. Stattdessen versucht er die
griechischen Kollegen zu Schuldigen zu machen: »Griechenland muss
billiger werden. Die Löhne und Sozialleistungen dort sind
raketenhaft gestiegen!« Wirklich? Nein!
Griechenland ist das
Armenhaus der Eurozone. Der griechische Mindestlohn liegt gerade mal
bei 51% des Durchschnitts der Eurozone, auch das Rentenniveau liegt
fast um die Hälfte unter dem Durchschnitt. Ein Viertel aller
griechischen Beschäftigten verdient weniger als 750€ netto im
Monat und die Preise sind nicht viel anders als bei uns. Allerdings
haben sich die griechischen Gewerkschaften in letzter Zeit
erfolgreich gegen weiteren Sozialabbau und Lohndumping gewehrt,
während bei uns die Agenda 2010, die Hartz-Gesetze und die Rente mit
67 durchgesetzt wurden. Nicht mit uns! Schluss mit diesem Unsinn!
Diese Widerständigkeit wollen sie den Griechen nicht durchgehen
lassen. In den Staub mit Ihnen! Ihre »Hausaufgaben sollen sie
machen«, wie wir es mit der Agenda 2010 schon getan haben: Sie
sollen auf bis zu 15% ihres Gehalts verzichten, Tarifverträge sollen
entkräftet werden, der Kündigungsschutz durchlöchert, öffentliche
Einrichtungen privatisiert werden.
Auf der anderen Seite
sollen die Verbrauchssteuern so erhöht werden, dass das Leben um
über 20% teurer wird.Und die Banken sind mal wieder fein raus. Ihre
faulen Kredite an Griechenland sollen gerettet werden - auf Kosten
unserer griechischen Kollegen und KollegInnen. Schluss damit! Die
Agenda 2010 war der falsche Weg und die Agenda für die Griechen ist
der falsche Weg! Wenn hier einer seine Hausaufgaben nicht gemacht
hat, dann die Bundesregierung und mit ihr die internationale Politik!
Nichts haben sie unternommen um die gemeingefährlichen
Amokläufe der Finanzmärkte in den Griff zu bekommen. Zum zweiten
Mal lassen sie sich wie die Hasen über den Acker jagen. Die Banken
machen schon wieder Riesenprofite mit den Rettungspaketen weltweit.
Ihnen gehört der Gürtel enger geschnallt, nicht den Arbeitnehmern,
Rentnerinnen und sozial Schwachen in Griechenland! Aus der Krise
endlich Konsequenzen ziehen! Solidarität mit den griechischen
KollegInnen! Nicht auf Eurem Rücken! Nicht auf unserem Rücken! Ein
Grund mehr für unsere Krisenproteste im Juni.
Hier das
Flugblatt als .pdf zum download
Mehr im Internet:
Mehr auf
marx21.de:
- Aufstand gegen den IWF-Angriff: Eine Welle von Streiks und
Massendemonstrationen hat Griechenland erfasst. Doch wie soll es im
Kampf weiter gehen? Müssen die Streiks ausgeweitet werden oder soll
sich die Linke für Neuwahlen einsetzen? Matthew Cookson berichtet
aus Athen
- »Den
sozialen Widerstand stärken«: Die griechischen Lohnabhängigen
brauchen die Solidarität der Linken. marx21 dokumentiert die »Erklärung
zur Krise« von mehreren linken Organisationen aus Europa
-
Aufruhr
gegen die Krise: marx21 sprach
mit dem griechischen Aktivisten Sotiris Kontogiannis über die
Schuldenkrise, Korruption und den Widerstand gegen die
Kürzungspolitik der Regierung.
- Desaster
made in Germany: Der gegenwärtige Kampf in Griechenland wirft
ein Licht auf die tiefere Krise in Europa, meint Alex Callinicos.
(Artikel vom 10.03.2010)
- Aufstand
gegen den Staat: Panos Garganas berichtet aus Athen über die
anhaltende Protestwelle gegen die konservative Regierung (Artikel vom
13.12.2008).
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